Wer sich einer Herausforderung mit abwechslungsreichen Trails und einem unendlich schönem Ausblick stellen möchte, sollte unbedingt einmal hier beim Triglav Lakes Race starten. Wem das nicht genug ist, der kann gerne noch die restlichen 30 km auf die 47 draufpacken und beim Triglav Trail Race zurück nach Mojstrana laufen. Ein Lauf, der Geschick, Können und ein tolles Panorama in einem vereint.

Triglav Lakes Race 2021

Name: Triglav Trail Run
Distanz / Höhenmeter: 76,5 km mit 4500 Hm; 47 km mit 3170 Hm und 26 km mit 1350 Hm
Webseite: https://www.triglavtrailrun.com/race/
Bilder: ©Trampelpfadlauf

Der Triglav-Lake-Trail-Lauf, von welchem ich hier berichten werde, ist eine anspruchsvolle, 47 km lange, abwechslungsreiche Strecke mit erstklassigen Bergpfaden in einer wunderschönen naturbelassenen Umgebung.

Triglav Lakes Race 2021

Der Start des Triglav Lakes Race erfolgt gemeinsam mit dem “großen Bruder”, dem Triglav Trail Race um 4 Uhr morgens. Davor wird jedoch noch die Pflichtausrüstung sporadisch geprüft und wer es am Vorabend noch nicht gemacht hat, kann ab 3 Uhr auch noch die Startunterlagen abholen. Meine habe ich am Vorabend bereits geholt, so kannte ich schon die Strecke von der Unterkunft bis zum Startbereich. Nach einem obligatorischen Frühstück, Müsli und Kaffee, aufgestanden bin ich bereits um zwei Uhr in der Nacht….

Mit ca. 60 Läufern, verteilt auf beide Trail-Events (47k und 76,5k), war das Starterfeld durchaus übersichtlich und insgesamt eine sehr familiäre Veranstaltung. Trotzdem ging es nach dem pünktlichen Startschuss am Slovenian Alpine Museum in Mojstrana (nördlich des Triglav) schnell aus dem Startbereich heraus und in die dunkle Nacht. 

Bis zum Anstieg des ersten Berges ging es auf Waldwegen und kurzen Straßenabschnitten durch das Vrata- Tal dahin. Imposant war dabei die Durchquerung eines Felsvorsprungs, der bei Tag wahrscheinlich noch viel interessanter wirken muss. Den ersten VP bin ich durchlaufen, da ich kurz nachdem Start Bauchschmerzen bekommen habe, konnte ich eh nichts essen und trinken, da ich nach 10 Kilometern noch genug hatte. Also ging es weiter hinauf bis zum Luknja mit 1754 m. Der Anstieg war ziemlich anstrengend und das lag nicht nur an meinen Bauchschmerzen. Im oberen Teil ist nämlich ein weites Schuttfeld zu überqueren, bei dem man das Gefühl hat, zwei Schritte vorwärts zu gehen und einen zurückzufallen. Mit meinem gemäßigten Tempo und immer vorwärts gehend konnte ich zumindest ein paar Läufer überholen. Oben an der Kreuzung angelangt holte ich kurz Luft, denn nun ging es ein Stück bergab. Mittlerweile war die Sonne aufgegangen und vom Luknja hatte man eine erste schöne Aussicht. Wer übrigens denkt, um 4 Uhr Start ist früh, der kann sich mit den vielen Wanderern auf der Strecke unterhalten, die teilweise schon früher aufgestanden sein mussten, um den Triglav zu besteigen. Alle Wanderer, egal auf welchen Abschnitt sie einem begegnen sind, waren nett und wichen aus. Der Streckenabschnitt zur Koča na Doliču (2151 m), dem zweiten VP, wird vom felsigen Untergrund begleitet und einem stetig ansteigenden Verlauf. Hier befindet man sich nun westlich vom Triglav. Am zweiten VP habe ich meine Trinkflaschen mit Wasser aufgefüllt und mir ein wenig Cola gegönnt, da ich immer noch nichts essen konnte und mein Kreislauf jedoch nach Energie gefordert hat. Die drei TUK- Kekse und den Oreo steckte ich mir in meine Laufweste und lief weiter. Nach der Cola ging es mir im übrigen etwas besser und so konnte ich den nächsten unglaublich schönen Streckenabschnitt genießen. Auf der Hochebene von Hribarice (2358 m) wechselt der Untergrund immer wieder und so wird jedem Läufer alles abverlangt. So durchläuft jeder felsiges bzw. mit großen Steinen gespicktes Gelände sowie Wald- und Bergpfade. Hier auf der Hochebene habe ich mich auch das erste Mal ein kurzes Stück verlaufen. Denn eine Markierung, bis auf die rot-weißen Markierungen der Wanderwege gibt es nicht. Ein Blick auf den GPS-Track, den man sich herunterladen musste, verriet aber meinen Irrtum und so drehte ich um und lief bald wieder auf dem richtigen Weg. Ein weiteres Highlight auf der Strecke waren die verschiedenen Seen, an denen man vorbei lief. An der Koča pri Triglavskih jezerih (1685 m) gelangte man dann an den dritten VP, der nur Wasser und ISO bereit hielt. Da ich keine Eile hatte und mein Magen immer noch rebellierte, konnte ich mich ein wenig unterhalten und habe erfahren, das ich nicht die einzige Läuferin war, die sich am oben genannten Punkt verlaufen hatte. Ihnen erging es jedoch schlechter, da sie anscheinend sehr weit vom Weg abgekommen sind. Für den Fall hat man übrigens eine Wanderkarte vom Veranstalter erhalten, die zur Pflichtausrüstung gehört und wo Originalstrecke des Laufes vormarkiert ist. Nachdem ich an einem weiteren See vorbei gelaufen bin, hab ich mich mit einem Niederländer zusammengeschlossen und wir sind mehr oder weniger den restlichen Weg zusammengelaufen. Vorbei an einigen Bergdörfern und latentem Bergab, was das Laufen erleichterte, wobei auch hier kurze Anstiege dabei waren, ging es zum letzten VP an die Koča na Planini pri jezeru (1435 m). Die lieb gemeinten Zurufe der Wanderer, die an der hier gelegenen Almhütte einkehrten, nahm ich dankend entgegen. Am VP füllte ich nochmal mein Trinken auf und nahm mir einen Riegel als auch ein Energy-Gel. Das Gel nahm ich gleich hinter dem VP, den Riegel steckte ich wieder in meinem Rucksack. Essen wollte immer noch nicht klappen. Das, was jetzt bis zum Ziel folgte, war nochmal hart, denn bis zur letzte Alm, der Krstenica auf 1670 m Höhe, folgt ein ständiges Bergauf und nur wenige “Bergabs”. Die immer wieder kurzen Anstiege sind kräfteraubend und strengten mich auch gedanklich enorm an. Dennoch dachte ich mir, ich bin bis hier gekommen, den Rest schaffe ich auch noch. Mittlerweile hat sich ein weiterer Läufer zu mir und dem Niederländischen Läufer gesellt. Grund war der Ausfall seiner Navigation auf der Uhr. Wie sich alsbald herausstellen sollte, war es auch gut, dass er sich einer Gruppe angeschlossen hatte. Aufgrund fehlender Markierungen und der optischen Veränderungen der Wegabschnitte durch Forst- oder Baumaschinen ging es nur langsam und ständig mit der Uhr navigierend weiter. Das Abgleichen zwischen meiner Uhr und der Uhr des Niederländers tat gut und so fanden wir, auch wenn wir ein paar mal kurz falsch abgebogen sind, endlich den Weg und konnten den langen und steilen Abstieg zur Planinska koča na Vojah auf 690 m machen, wo der Lauf für mich nach 47 Kilometern endete.

Triglav Lakes Race 2021

Anreise
Meine Anreise erfolgte mit dem Auto. Da ich um den Lauf ein wenig Urlaub geplant hatte. Parkplätze waren für das gemeldete Starterfeld ausreichend. Sollte sich das Feld aber auf die maximale Anzahl steigern, sehe ich jedoch einige Engpässe. Das Auto mit insgesamt vier Startern parkte vor dem Museum. Daneben gab es einen weiteren, durch den Veranstalter ausgewiesenen Parkplatz in der Nähe. Beide Plätze waren kostenlos.

Mit den öffentlichen Verkehrsmittel habe ich mich nicht beschäftigt, so früh am Morgen könnte es aber unter Umständen schwierig werden. Eine genaue Planung sollte daher statt finden. Grundsätzlich gibt es eine Bahnverbindung in den nahe gelegenen Ort Jesenice aus Salzburg bzw. Villach kommend.

Übernachtung
Übernachtet habe ich mit meiner Familie und mit Lauffreunden in einem Ferienhaus etwas außerhalb von Mojstrana. Von der Planina pod Golico, wo sich das Ferienhaus befand, bis zum Startort brauchten wir mit dem Auto in etwa eine halbe Stunde. Auch Mojstrana selbst bietet einige Übernachtungsmöglichkeiten. Frühstück gibt es am Start nicht, daher muss jeder selbst für eine ausreichende Nahrungsaufnahme sorgen.

Verpflegung
Die Verpflegungsstellen auf der Strecke waren gut verteilt und boten immer was anderes. So gabe es an einer Riegel und Gels, an einer anderen Kekse und so weiter. Auch Getränke wurden unterschiedlich angeboten, so gab es an der zweiten zusätzlich zum Wasser Cola, an den anderen Verpflegungspunkten ISO. Im Ziel gab es dann Eis, Pizza, alkoholfreie Getränke und wer mochte. konnte sich an einzelnen Ständen auch gegen Bezahlung andere Leckereien besorgen. 

Streckenmarkierung
Die Markierung war in der Nacht tadellos. Sowohl Streckenposten als auch Reflektoren zeigten uns den Weg. Tagsüber auf der Strecke waren die Markierungen dann nur noch, wenn überhaupt, spärlich durch gegebene Wandermarkierungen vorgegeben. Da aber alle Wandermarkierungen gleich aussehen, sollte man immer wieder einen Blick auf den Track riskieren. Wie bereits im Bericht erwähnt, habe ich mich ein paar Mal verlaufen, zum Glück jeweils nur um ein kurzes Stück. 

Triglav Lakes Race 2021

Nach dem Lauf
Wechselkleidung bzw. ein Drop Bag hätte man am Start abgeben können, denn der Zieleinlauf für die 47 km Läufer ist nicht der Start. Duschen gibt es sowohl im Ziel als auch im Startbereich keine. Im Zielbereich hätte man in der Alm auf Toilette gehen können. In Mojstrana am Slovenian Alpine Museum wurden extra Toiletten aufgestellt. Wer sich im Zielbereich nicht durch Familie oder Freunde abholen lassen kann, dem steht ein Shuttle Service zur Verfügung. Dieser fährt ab einer Personenanzahl von 7 Leuten jede Stunde zurück in den Zielbereich. 

Wichtige Infos
Das Gebiet rund um den Triglav ist so abgeschieden, dass die Strecke von Kilometer 12 bis Kilometer 38 ausschließlich mit dem Hubschrauber angeflogen werden kann.
Die Pflichtausrüstung wird insbesondere durch die Wanderkarte und durch einen GPS Sender erweitert, der bei einem Unfall hilft, den Läufer schneller im teilweise unwegsamen Gelände zu finden.

Fazit von Steffi

Wer sich einer Herausforderung mit abwechslungsreichen Trails und einem unendlich schönem Ausblick stellen möchte, sollte unbedingt einmal hier beim Triglav Lakes Race starten. Wem das nicht genug ist, der kann gerne noch die restlichen 30 km auf die 47 draufpacken und beim Triglav Trail Race zurück nach Mojstrana laufen. Ein Lauf, der Geschick, Können und ein tolles Panorama in einem vereint.

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