Mit dem Sigma Rox 12.0 Sport bekommt der Platzhirsch Garmin eine ernstzunehmende Konkurrenz. Das Display und die Navigation überzeugten auf ganzer Linie, lediglich ein wechselbarer Akku und die Bluetooth Konnektivität vermissen wir etwas.

Sigma ROX 12.0 Sport

Testbericht: Sigma ROX 12.0 Sport
Hersteller: Sigma Sport
Modell: ROX 12.0 Sport
Geräteabmessungen: 59 x 115 x 17 mm (selbst gemessen)
Display: transflektives Farb-Display in 3 Zoll
Gewicht: 125 g
Betriebsdauer: 16 Stunden Normalmodus, bis zu 40 Stunden im ECO-Modus
Speicher: 8 GB intern, erweiterbar auf 128 GB über Speicherkartenslot
UVP: 388,95 €
Testdauer: 8 Wochen
Bilder: ©SIGMA Sport

Nachhaltigkeit
Keine Angaben zum Produkt und keine weiteren Informationen zur Firmenphilosophie.

Kurze Beschreibung
Der GPS Fahrrad Computer kombiniert innovative Kartennavigation und ein professionelles Trainingssystem mit einem klar strukturierten Bedienkonzept und einer außergewöhnlich starken Hardware. Große Schaltflächen und Grafiken auf dem Touch Display führen intuitiv durch das Menü. Ähnlich wie beim Smartphone gelangt der Nutzer über die Home Taste jederzeit zurück zum Startmenü. Mit weiteren Tasten unterhalb und seitlich des Displays ist die Bedienung auch mit Handschuhen problemlos möglich. Eine WiFi-Schnittstelle, die detaillierte Karte mit schnellem Routing und zahlreiche Trainingsfunktionen machen den ROX 12 zum idealen Trainings- und Tourenbegleiter.

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Erster Eindruck und Verarbeitung
Wir bekamen den Rox 12.0 Sport in der Basic-Ausführung und mit orangefarbener  Schale geliefert. Zur Basic Ausführung gehören neben dem Rad-Computer selbst noch zwei Halterungen, eine direkt für den Vorbau und eine für den Lenker, die den Rox 12.0 nach vorne abstehen lässt. Für die passenden Lenkerdurchmesser gehören noch zwei Adapter zum Lieferumfang. Bei der “Set” Ausführung gibt es zusätzlich noch einen R1 DUO COMFORTEX+ Brustgurt und einen R2 DUO Combo Sender für die Trittfrequenzmessung. Zwei Dinge fallen beim ersten Blick leider etwas negativ auf. Zum einen ist das Verhältnis von Displaygröße zur Gehäusegröße nicht toll. Zum anderen gibt es keinen Wechselakku. Björn hatte zwar gehofft, durch Abschrauben der Schale kommt ein Akku zum Vorschein, dem war aber leider nicht so. Der interne Speicher verfügt über 8 GB, benötigt man mehr, lässt sich eine bis zu 128 GB große Speicherkarte installieren. 

Montage, Display und Akku
Björn testete beide Haltervarianten und entschied sich dann klar für die Montage direkt auf dem Vorbau. Warum? Zum einen fand er die Optik nicht so schön, wenn der Radcomputer nach vorne absteht, und zum anderen war er sich unsicher, ob der Rox 12.0 Sport, so montiert, Björns Fahrweise überlebt. Direkt auf dem Vorbau montiert sieht es für Björns Geschmack nicht nur besser aus, sondern positioniert den Rox 12.0 Sport auch deutlich geschützter am Cockpit. Bei beiden Varianten wird der Rad-Computer mit einer Vierteldrehung fest mit der Halterung verbunden. Dies hielt bis jetzt bei allen Fahrten bombenfest.

Das Display ist ein transflektives Farb-Display in 3 Zoll Größe. Abgesehen davon, dass es gestochen scharf ist, lässt es sich auch bei grellem und direktem Sonnenschein sehr gut ablesen. Wird es dunkler, schaltet sich die Hintergrundbeleuchtung, je nach Einstellung, automatisch den Verhältnissen entsprechend zu. So lässt sich das Display auch in der Nacht ideal ablesen. Zum Stromsparen kann man die Dauer der Beleuchtung natürlich einstellen und zusätzlich noch zwischen einem Tag-und-Nacht-Farbmodus wählen. Dieser ist Geschmackssache und Björn kam mit dem Tagmodus besser zurecht. Die Touch-Funktion ist beim Rox 12.0 Sport überragend, selbst mit touchscreenfähigen Handschuhen und im Regen reagierte dieser stets souverän. Um das Displayglas zu schonen, kaufte sich Björn zu Beginn eine Schutzfolie, die Funktion war dadurch nicht beeinträchtigt. Leider gibt es hier von Sigma kein Schutzmaterial, auch eine Tasche zum Transport gibt es nicht.

Für die Stromversorgung ist ein 2.000-mAh-Akku verbaut, der im Test bei automatischer Beleuchtung ca. 12 Stunden durchhielt. An die 16 Stunden, wie in der Beschreibung angegeben, kommt man wohl nur mit komplett ausgeschalteter Beleuchtung. Für Björn stellte dies aber kein Problem dar und er sieht die 12 Stunden als vollkommen ok an. Geladen wird er über einen Micro USB-Anschluss, der sich unter einer Gummikappe befindet. Über eine LED wird dann signalisiert, ob noch geladen wird (rot) oder ob er fertig geladen ist (grün). 

Bedienung und Funktionalität
Die Bedienung des Rox 12.0 Sport ist sehr intuitiv und einfach, das Benutzerhandbuch benötigten wir im Test nie. Abgesehen vom Touch Display gibt es beim Rox 12.0 Sport noch 6 richtige Tasten für die Bedienung. Die unteren drei Tasten erinnern an ein Android Betriebssystem und genau das nutzt der Rox 12.0 Sport auch. Daher kommt man auch über den mittleren runden Button immer wieder in das Hauptmenü. Ein kurzer Druck auf den seitlichen Power Button schaltet das Display aus, wobei aber die Anwendung im Hintergrund weiterläuft. Hält man die Taste länger gedrückt, wird das Display gesperrt. Die seitlichen Tasten für das Durchblättern sind hier aber überflüssig, da das Display perfekt auf Fingerwischen reagiert. Der Aufbau und die Funktionalität der Menüs ist logisch und übersichtlich gestaltet. Selbst Leute, die noch nie einen Radcomputer hatten, kommen hier schnell zurecht. 

Als Sportprofil sind beim Rox 12.0 Sport vier im Startmenü voreingestellt. Die können individuell angepasst werden und für jedes einzelne kann man Einstellungen wie Trainingsansichten, Auto Pause, Auto Runde, etc. einstellen. Fehlt einem ein Profil, kann man natürlich auch welche nachpflegen. Björn genügten hier aber die 4 Standard-Profile vollkommen. 

GPS-Funktionalität, Höhenmessung und Navigation
Durch die Nutzung von GPS und GLONASS fand der Rox 12.0 Sport immer schnell ein GPS-Signal und Björn musste nie lange warten. Abbrüche oder Aussetzer gabe es bei keiner Testfahrt, auch im dichten Wald, nicht. 

Zur Höhenmessung nutzt der Sigma Rox 12.0 Sport die Barometrische Höhenmessung in Verbindung mit GPS, was zu einer sehr genauer Messung führte. Die Messung basiert hierbei auf den aktuellen Luftdruck und bei Bedarf wird die Kalibrierung hier automatisch durchgeführt. Es empfiehlt sich, diese vorher zu machen, wenn man nicht im gewohnten Gebiet ist oder wenn es mal länger nicht genutzt wurde. Die Abweichungen zu Björns Fenix 6 waren absolut marginal.

Für die Navigation nutzt der Sigma Rox 12.0 Sport ein vorinstalliertes OpenStreetMap Kartenmaterial, welches sehr detailliert ist und bei Björn keine Wünsche offen ließ. Mit dem Kartenmaterial war unser Tester schnell vertraut, da er dies auch bei seiner Garmin Fenix 6 nutzt. 

Will man sich navigieren lassen, hat man mehrere Möglichkeiten. Neben den Standards wie Adresse eingeben, POI (Point of Interest) und Punkt auf Karte, bietet Sigma eine ganz besondere Funktion: die sogenannte “Route malen”. Hier wählt man einfach einen Ausschnitt auf der Karte und malt in der Tat mit dem Finger grob eine Route. Unter Berücksichtigung des vorher eingestellten Profils berechnet der Sigma dann eine entsprechende Route. Diese Funktion ist echt klasse und funktioniert perfekt. Für alle, die noch mehr Navigationsoptionen suchen, lassen sich natürlich auch Tracks von Komoot und Strava importieren, oder man lädt sich einen bereits gefahrenen Track aufs Gerät. Die Navigation selbst ist sehr übersichtlich und ein Verfahren ist eigentlich ausgeschlossen, da man im oberen Drittel des Displays immer sieht, wann man wo in welche Richtung abbiegen muss und im restlichen Display immer die Karte selbst sieht. Will man während der Fahrt noch Einstellungen ändern, lässt sich das problemlos machen. Wir empfehlen dafür aber lieber anzuhalten.

Konnektivität
Zum Koppeln von Brustgurten und Trittfrequenzsensoren nutzt Sigma die bekannte ANT+ Technologie. Somit sollten sich auch Brustgurte andere Hersteller problemlos verbinden lassen. Getestet haben wir das jedoch nicht.

Zum Upload seiner Daten verbindet man den Sigma Rox 12.0 Sport mit dem heimischen WLAN. Im Anschluss werden die Daten in die Sigma CLoud geladen. Eine Bluetooth Verbindung zum Handy ist leider nicht möglich und daher gibt es auch keine Option, sich Nachrichten auf dem Display anzeigen zu lassen. Ist das ein Nachteil? Für Björn zumindest nicht. Es ist lediglich schade, dass man sich so keine Tracks vom Handy auf den Sigma senden kann.

Die Kopplung zu Strava und Training Peaks ist mit dem Sigma Rox 12.0 Sport möglich, wurde aber von Björn nicht genutzt. Er nutzte aber die Verbindung zu seinem Komoot Account, was besonders zum Übertragen von Tracks sehr hilfreich war. Will man seine Daten extern speichern, kann man sich zudem mit seiner Dropbox verbinden.

Im Test
Getestet wurde der Sigma Rox 12.0 Sport auf zwei Rädern, Race Fully und Enduro. Bei beiden Bikes blieb der Radcomputer stets in der Halterung. Lediglich die Kabelbinder, welche die Halterung fixierten, mussten zweimal getauscht werden. (Hierfür gibt es aber alternative Schraubhalterungen von Drittanbietern). Das Display war unter allen Bedingungen und bei jeglicher Sonneneinstrahlung stets ablesbar. Abstürze der Software oder GPS-Abbrüche gab es nicht. Die Navigation ist mit dem Sigma Rox 12.0 Sport ein Kinderspiel und gerade die Funktion “Draw my Route” brachte Björn an teilweise unbekannte Orte.

Fazit von Björn

Mit dem Sigma Rox 12.0 Sport bekommt der Platzhirsch Garmin eine ernstzunehmende Konkurrenz. Das Display und die Navigation überzeugten auf ganzer Linie, lediglich ein wechselbarer Akku und die Bluetooth Konnektivität vermissen wir etwas.

Frau? Mann?

Produkte, die von einem geschlecht getestet wurden, gibt es meistens auch für das andere.