Die Swiss Trail Tour in der 2020er Auflage war sehr abwechslungsreich und bot für jeden Geschmack passende Rahmenbedingungen; von eher kurz und schnell bis hin zu länger und alpiner. In der Form gerade für Etappenrenneneinsteiger, die sich an Mehrtagestrailevents versuchen wollen, eine tolle Sache – auch vor allem dank der einfachen Logistik mit Start und Ziel am selben Ort und dem Rundum-Paket für die ganze Familie.

Swiss Trail Tour 2020

Name: Swiss Trail Tour 2020 
Distanz / Höhenmeter: Gesamt: 107 / 6000 Hm (3. Etappen)
Etappe 1: 22 km / 1250 Hm // Etappe 2: 51km / 2550 Hm // 31 km 2050 Hm
Einzelstart am Samstag (lange Distanz)
Iffigalplauf (Berglauf am Sonntag)
Kinderläufe am Sonntag
Website: swisstrailtour.ch 
Bilder: ©Trampelpfadlauf

Die dreitägige Swiss Trail Tour fand heuer zum dritten Mal statt und wurde von den Strecken her jedes Jahr angepasst bzw. optimiert. So bot die diesjährige Auflage abwechslungsreiche Strecken von laufbar bis hin zu hochalpin. Start und Ziel ist jeweils in Lenk im Obersimmental. Neben dem Hauptevent gibt es noch die Möglichkeit, am Samstag beim Ultra zu starten. Hier auch optional in einer eigenen Kombinationswertung mit dem Madrisa-Trail (Link). Des Weiteren findet am Sonntag auch der traditionelle Iffigalplauf (Berglauf) statt. Für die Kleinen gibt es am Sonntag die Kids-Läufe rund ums Eventgelände.

Anreise
Lenk im Obersimmental hat einen eigenen Bahnhof und ist mit der Schweizer Bahn gut erreichbar. Alternativ fährt man mit dem Auto bis Bern, weiter in Richtung Thun und dann das komplette Simmental hinauf bis zum Talende, dem Zielort Lenk.

Übernachtung
In Lenk als Sommer- sowie Wintersportort gibt es zahlreiche Unterkünfte in verschiedenen Kategorien: einen Campingplatz, diverse Pensionen bzw. Ferienwohnungen bis hin zum Hotel. Am Bahnhof gab es bei Bedarf einen zentralen kostenlosen Parkplatz für alle Teilnehmer der Tour.

Verpflegung
Aufgrund von Covid-19 wurde dieses Jahr nicht, wie sonst üblich, täglich eine Pasta-Party durchgeführt, sondern lediglich eine am Samstag nach der zweiten Etappe. Dafür gab es jedoch auf dem Eventgelände einen Essensstand, der bezahlbare, einfache Speisen für jedermann zum Kaufen zubereitet hat – ein in der Schweiz nicht unerheblicher Kostenfaktor.
An den drei Renntagen gab es meiner Meinung nach ausreichend Verpflegungsstellen. Außer auf der letzten Etappe im hochalpinen Gelände gab es unterwegs auch genügend Brunnen oder Quellen, an denen man frisches Bergquellwasser auffüllen konnte. Im Rennen an den VP´s gab es Iso, Cola und Wasser. Zum Essen gab es Gel, Riegel, Nusstörtli, Bananen sowie Salzstangen. Die Gels, Riegel und Iso waren vom Schweizer Hersteller Bethechange.swiss – einem Nahrungsmittelhersteller, der ausschließlich auf natürliche Bestandteile, aber noch viel mehr auf eine nachhaltige Produktion achtet!

Anmeldung und Startunterlagen 
Die Anmeldung lief unkompliziert vorab online oder sogar noch vor Ort per Nachmeldung ab.
Die Abholung der Startunterlagen fand am Ortsende von Lenk auf dem Eventgelände mit Start- und Zielbereich am Freitagmorgen vor dem Start der ersten Etappe statt. 
Im Goodiebag, einem Stoffbeutel, waren ein Longsleeve, 2 Buffs, ein Igelball, die Wertmarke für die Pastaparty am Samstag und eine Holzgabel. Der geneigte Leser fragt sich jetzt, was es mit der Gabel auf sich hat? 😉 Hintergrund ist, wer unterwegs oder im Ziel Verpflegung an den VP´s aufnehmen wollte, konnte das aufgrund der Hygienebestimmungen nur mit eben jener Gabel tun.    Da es normalerweise auf dem Eventgelände auch Massagemöglichkeiten gegeben hätte, diese jedoch auch den Coronabestimmungen zum Opfer gefallen sind, gab es zumindest den Igelball zur Eigentherapie…

Wichtige Infos
Lenk als Urlaubsort bietet viele Möglichkeiten für die ganze Familie und Mitreisende. Zum einen erreicht man mit den hiesigen Bergbahnen die Strecke recht gut, um am Renngeschehen teilzuhaben. Zum anderen ist das Freizeitangebot umfassend mit tollen Wanderstrecken für die Kleinen, Wellen-Erlebnisbad und vielem mehr.

Das Rennen
Tag 1:
Der Auftakt der 3-tägigen Reise rund um die Lenk, wie es vor Ort heißt, führte über gut 23 km und knapp 1300 Hm hinauf zum Schatthorn und vorbei am Hahnenmoospass über Metsch zurück nach Lenk. Dabei war der Aufstieg keinesfalls einfach, da es sehr heiß und schwül war. Zusätzlich gab es nicht allzu viel Schatten und die Anstiege gingen immer wieder steil bergan, um dann ein kurzes Stück eben zu sein. Es war insgesamt eine sehr laufbare Etappe mit eher geringem Schwierigkeitsgrad und Trailanteil. Man konnte aber schon mal für die nächsten Tage die zu laufenden Berge und Ziele ins Auge fassen 😉
Für mich lief es nicht so gut, da ich mit der Hitze und dem hohen Tempo an dem Tag nicht zurecht kam. So richtete sich der Blick nach vorne in der Hoffnung, dass es am Samstag kühler und trailiger wird. 

Tag 2:
Die längste Etappe mit 53 km und gut 2500 Hm begann flach an der Simme entlang ortsauswärts in Richtung Iffigenalp. Der Aufstieg bis nach der Alp war kurzweilig, überwiegend trailig und ging fast komplett am Iffigbach entlang. Danach am Ende des Tals ging es ins alpine Gelände bis hinauf zum Iffighorn. Der umliegende Ausblick war atemberaubend. Der Iffigsee und die Gletscher waren wunderschön. Nach einem kurzen Downhill und direkt folgenden Gegenanstieg ging es hinunter über feine Trails auf schöne Almwiesen. Dann hinüber zum Leiterli, dem ersten Cut-Off Punkt und einer weiteren Verpflegungsstation. Hier standen dank der nahen Bergbahn sehr viele Zuschauer und Familien am Wegesrand. Weiter ging es in einem stetigen Auf und Ab über schöne Trails vorbei am Trütlisberg und Tube. Danach weiter hinunter zur Wintermatte. Der Downhill war anfangs trailig, dann leider nicht mehr so interessant, da sehr gut laufbar. Dafür ging es dann über schöne Trails wieder zurück zur Tube und dann in den finalen Downhill nach Lenk. Dank bewölktem Himmel von Anbeginn und immer wieder einsetzenden Nieselregen lief der Tag recht gut für mich. Zusammenfassend eine abwechslungsreiche Etappe mit tollen Trails und auch hin und wieder laufbaren Passagen auf Forstwegen.

Tag 3:
Das 30 km lange und mit gut 2000 Hm nicht gerade flache Finale führte den gewohnten Weg hinaus aus Lenk an der Simme entlang über den Nessli zu den Simmenfällen. War alles bis hierhin eher Geplänkel und „Warmlaufen“ über Forstwege und leichtere Trails, ging es jetzt endgültig hinauf ins hochalpine Gelände. Zuerst den steilen Aufstieg zum Fluesee, hier war VP mit einem tollen Ausblick auf das, was noch kommen sollte. Dann ging es vorbei am Rezligletschersee und in den Anstieg zum Tierbergsattel. Anfangs noch mit einem ständigen Hoch und Runter über eine fantastische steinige Hochebene wurde der Schlussanstieg zum 2650 hohen Sattel doch noch mal ordentlich steil. Der folgende Downhill hinunter bis zur Iffigenalp hatte es dann noch einmal in sich. Technisch und steil ging es gut 1100 Hm am Stück hinunter. Ab der letzten Verpflegung an der Iffigalp ging es diesmal am Iffigbach über tolle Trails hinunter nach Lenk zum finalen Zieleinlauf. Eine wunderschöne und hochalpine Etappe zum Abschluss, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Aus meiner Sicht gerne mehr davon 😀

Fazit von Sebastian

Die Swiss Trail Tour in der 2020er Auflage war sehr abwechslungsreich und bot für jeden Geschmack passende Rahmenbedingungen; von eher kurz und schnell bis hin zu länger und alpiner. In der Form gerade für Etappenrenneneinsteiger, die sich an Mehrtagestrailevents versuchen wollen, eine tolle Sache – auch vor allem dank der einfachen Logistik mit Start und Ziel am selben Ort und dem Rundum-Paket für die ganze Familie.

Frau? Mann?

Produkte, die von einem geschlecht getestet wurden, gibt es meistens auch für das andere.