Thule Chariot Sport

Der Thule Chariot Sport mit all dem getesteten Zubehör lässt keine Wünsche offen und ermöglicht es sportlichen Eltern, fast alles mit dem Kind bzw. den Kindern gemeinsam an “Draußenaktivitäten” wahrzunehmen. Aus unserer Sicht, mal abgesehen vom doch ordentlich hohen Preis, ein perfektes Set.

Hersteller: Thule
Modell: Chariot Sport
Gewicht: Leergewicht 14 kg / max. Gesamtgewicht 34 kg
Maße: 87 x 65 x 37.5 cm (zusammengeklappt)
Größe: 1 Sitzer
UVP: 1.399,95 € Chariot Sport + 149,95€ Jogging Set + 399,95€ Ski Set
Testdauer: 3 Monate
Tester: Steffi und Sebastian
Bilder: ©Thule / Trampelpfadlauf

Kurze Beschreibung

Komfort für die Kinder und überragende Leistung für sportliche Eltern. Mit dem optionalen Jogging-Set ist der Thule Chariot Sport der ultimative Fahrradanhänger und Jogging-Buggy in einem. Dank den Systemen Thule Click n’ Store und Thule VersaWing kann schnell und einfach zwischen den Aktivitäten gewechselt werden. Der Thule Chariot Sport ist dafür ausgelegt, sich in jeder Hinsicht auszuzeichnen, von der Benutzerfreundlichkeit über clevere Funktionen bis hin zu Sicherheit und Langlebigkeit. Standard-, Komfort- und Sportpaket inbegriffen. Dazu haben wir das Jogging- und Ski-Set und einiges an Zubehör getestet. Die hier getestete Sportvariante ist die einzige Chariotversion mit Scheibenbremsen. Alle anderen Modelle wie Cross, Lite oder Cab besitzen diese und ein paar andere Funktionen nicht.

 

Erster Eindruck und Verarbeitung

Insgesamt kommen drei Pakete bei unseren Testern an. Im größten Karton befindet sich zusammengelegt mit den Buggy-Rädern, der Fahrradanhängerdeichsel und dem weiteren Zubehör der Chariot Sport Einsitzer in Black/Spectra Yellow. Im zweiten Paket befindet sich das speziell fürs sportlichere Laufen geeignete Jogging-Set. Im dritten Paket dann noch das Ski Set, bestehend aus den Ski mit Aufnahme für die Achse und das Pulka-Zubehör. Da unsere Tester schon das Vorgängermodell des Chariot Sport in Benutzung hatten, sind sie positiv von der noch einmal deutlich hochwertigeren Verarbeitung angetan. Es fallen diverse Neuerungen und vor allem Verbesserungen auf, die nachstehend im Detail ausgeführt werden.

Handling und Alltagstauglichkeit

Der Aufbau oder besser das Aufklappen der Kabine ist denkbar einfach und das Einrasten nicht nur zu hören, sondern auch optisch durch ein grünes Kontrollfeld an den jeweiligen Scharnieren zu erkennen. Grundsätzlich sind alle Klappfunktionen mit Druckknöpfen oder im Fall der unteren Aufnahme für die Räder und der Fahrraddeichsel  sowie dem optionalen Zubehör mit einem Klapphebel zu bedienen. Somit ist ein Einklemmen der Finger, wie beim Vorgänger hin und wieder passiert, quasi auszuschließen. Das Einstecken der großen Räder und der Fahrraddeichsel bzw. Buggyräder ist logisch und intuitiv möglich. Nun ist endlich auch die Handbar höhenverstellbar und fest mit der Kabine verbunden. Diese ist als einziges nach dem Auspacken mittels Schrauben zu montieren. Zudem kann sie platzsparend eingeklappt werden. Beim Joggingrad lässt sich zum optimalen Geradeauslauf die Spur recht einfach mit Hilfe eines kleinen Drehknopfs am rechten Ausleger justieren. Die kleinen Buggyräder ermöglichen es, den Chariot auch in engen Situationen, wie beim Einkaufen oder in Innenstädten, mit wenig Platz zu manövrieren. Zusätzlich haben wir im Test als optionales Zubehör den Organizer Sport, den Cargo Rack und alternativ nur den Trinkflaschenhalter im Einsatz gehabt. Alle Thule Zubehörteile sind an der oberen Querstrebe, an welcher auch die Handhalterung ansetzt, einfach und fest anzubringen. Praktischerweise sind sogar zeitgleich alle drei anbringbar, um möglichst viel Stauraum zu generieren.

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Verstaumöglichkeiten und Details

Am Heck des Thule Chariot Sport befindet sich eine recht große anklappbare wasserfeste Tasche. Dort hinein passen diverse Utensilien fürs Kind sowie für die Eltern oder alternativ einiges an Einkauf. An der Tasche sind zwei rote Katzenaugen und man kann hier die Halterung für das Joggingrad anbringen. An der Handbar ist mittig der Drehgriff für die beidseitige Scheibenbremse angebracht. Zur Betätigung der Bremse muss man den Griff nach hinten drehen. Das macht in der Tat Sinn, da man beim Bergablaufen intuitiv eher den Griff nach hinten ziehen bzw. drehen würde um zu bremsen. Ebenfalls an der Handbar befestigt ist die zusätzlich Handschlaufe, welche ums eigene Handgelenk gelegt werden kann, um den Chariot bei z.B. Bergabläufen noch ergänzend zu sichern. Die ebenfalls vorhandene Feststellbremse befindet sich rechts unten neben der Hecktasche. Die lässt sich einfach mit dem Fuß betätigen sowie lösen. 
Wie oben erwähnt, konnten unsere Tester auch das Organizer Sport Set testen. Dieses verfügt über zwei Taschen. Zum einen passt in die rechte eine größere Trinkflasche und in die linke mit Reißverschluss verschließbare Tasche Kleinigkeiten wie Geldbeutel oder Smartphone sowie Riegel oder ähnliches. Falls einem das zu viel ist, kann man optional auch nur einen Flaschenhalte von Thule anbringen. Der funktioniert wie ein klassischer Fahrradflaschenhalter. Außerdem nutzten unsere Tester das Cargo Rack gerne für Einkäufe, da dass besonders viel zusätzliches Gewicht bzw. Ladung aufnehmen und zudem noch mit einem Netz gesichert werden kann. Im Inneren des Wagens sind rechts wie links Netztaschen, in dem der Passagier Essen, Trinken oder auch Spielzeug unterbringen kann. Zusätzlich ist bei der Sport Variante die Sonnenblende an der Front schon dabei. Diese kann, wenn sie nicht benötigt wird, zusammengerafft oder ganz abgenommen werden. Ansonsten ist die undurchsichtige Stoffblende über die ganze Länge der Front verschiebbar. An den Seiten befinden sich ebenfalls bei Bedarf abnehmbare Sonnenschutzfolien. Zusätzlich gibt es ein integriertes Fliegengitter, das komplett die Seiten und die Front bedeckt. Vorne ist das Fliegengitter mit einem Reißverschluss öffenbar. Darüber gibt es ebenfalls analog zum Fliegengitter eine durchsichtige wasserfeste Regenhülle. Diese wird jeweils an den äußeren Ecken mit einer Schlaufe eingehängt und ist komplett abnehmbar bzw. auch zusammenraffbar. Prinzipiell ist das System etwas straff, hält dafür umso zuverlässiger.
Unterhalb des Einstiegs an der Front befinden sich beidseits Schieberegler, um die Frischluftzufuhr zu regeln. Auch hier sind Fliegengitter integriert.  Regnet es oder ist es wie im Winter kalt, kann man diese Öffnung gänzlich schließen. Daneben befinden sich noch weiße Katzenaugen für eine bessere Sichtbarkeit von vorne. An den Seiten sind durchgängig und fest verbaut Fliegengitter. Darüber sind die abnehmbaren sowie zum Sonnenschutz abgedunkelten Regenhüllen. 

Kindersitzposition

Der getestete Einsitzer verfügt, wie der Name schon vermuten lässt, nur über einen Sitzplatz. Der bekannte Fünfpunktgurt wurde hier noch etwas benutzerfreundlicher gestaltet und lässt sich noch einfacher öffnen und schließen. In die Einsitzerkabine passt tatsächlich nur ein Passagier rein, da die Abmaße im Vergleich zum Vorgänger einige Zentimeter kürzer geworden sind. Das störte bisher aber unsere mittlerweile ca. 120 cm große Insassin noch nicht. Die bekannte Federung ist am Chariot Sport jetzt mit einem Klipp stufenlos verstellbar. Die Sitzposition ist im Chariot Sport variabel, da man die Rückenlehne von außen in mehreren Stufen bis ca. 30 Grad abklappen kann. Beim ebenfalls verfügbaren Zweisitzer wären die Sitze einzeln abklappbar. Gerade in dieser “Schlafposition” liegen die Insassen doch sehr bequem. Vorteil hierbei ist auch, dass man an den Gurten nichts verändern muss. Grundsätzlich bietet sich bei Kindern, die oft und lange im Wagen einschlafen, ein Nackenhörnchen an. Thule hat das bei Bedarf auch im Portfolio. Ansonsten hat das Kind eine noch ausreichende Beinfreiheit und einen guten Rundumblick. Wenngleich die Aussicht zur Seite durch die ggfs. angebrachten abgedunkelten Seitenwände situativ etwas schlechter ist. 
Theoretisch kann man ab dem ersten Lebensmonat mit dem passenden Thule Babyschalensystem “Infant Sling” auf Tour gehen. Wir haben tatsächlich erst Touren mit dem Chariot unternommen, als die Testerin selbst aufrecht sitzen konnte. Beim neueren Chariot gibt es eine neue Variante des Baby Sling. Inwieweit die Position hier besser und unkritisch fürs Kind ist, konnten wir nicht testen.

Auf dem Trampelpfad

Was wirklich positiv und am angenehmsten auffiel, war der zuverlässige Geradeauslauf, nachdem das Joggingrad einmal justiert war. Jedoch muss man das beim neuerlichen Demontieren und wieder Anbringen jedes Mal aufs Neue machen. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Beim Laufen mit dem Chariot Sport sollte man jedoch bedenken, dass bei heruntergeklappter und beladener Hecktasche der Schritt nach vorne etwas eingeschränkt ist. Ansonsten arbeitet die in der Handbar integrierte Bremse sehr zuverlässig und so macht Laufen mit dem Chariot viel Spaß und das nicht nur dem “Schieber”. Beim Radbetrieb, also als Anhänger am Fahrrad, läuft der aktuelle Chariot Sport deutlich spurtreuer und weniger “schaukelnd” auch bei höheren Geschwindigkeiten hinter dem Fahrrad her. Weitere sinnvolle und praktische Neuerung, die zuverlässig funktioniert hat, war die absperrbare Deichsel am Fahrrad selbst sowie der ebenfalls absperrbare Deichselarm an der Chariotkabine. So stellen Fahrrad und Chariot Anhänger eine zumindest augenscheinlich diebstahlsichere Einheit dar. Das bereits beim alten Chariot bewährte Ski-Set wurde nur minimal verändert, so dass ein altes Pulkaset nicht am neuen Chariot und anders herum passen würde. Ansonsten hat auch dieses längenverstellbare System tadellos auf den Loipen im Winter funktioniert. Noch ein positiver Effekt der höhenverstellbaren Handbar war in diesem Fall, dass unsere kleine Testerin sich mit Ski hinten an den Chariot Sport hängen konnte. Und wenn gar nichts mehr ging, dann konnte sie eben im Wagen sitzen. Die Ausrüstung hat in dem Fall locker in die am Wagen befindlichen Taschen gepasst. Ein Tipp allgemein für die Nutzung im Winter, egal ob beim Radfahren, Langlaufen oder Laufen: Es gibt diverse Fellsäcke, die über entsprechende Löcher für die Gurtsysteme verfügen und so gut in den Chariot integrierbar sind. Thule selbst hat so einen Fellsack ebenfalls im Angebot. Aus Sicht unserer Tester reicht es nicht, nur eine Decke über das Kind zu legen, da gerade von unten die Kälte nach und nach unangenehm wird.
War es beim alten Chariot noch so, dass bei starkem Regen und Gischt an den Wagen hin die Front und hier speziell der Bereich, in dem die Füße des Kindes positioniert waren, sehr schnell nass wurden, ist das Problem hier gänzlich gelöst, indem man diesen Bereich komplett aus Kunststoff gefertigt hat. Hier befinden sich die oben erwähnten optionalen Lüftungskanäle. Ansonsten ist dank der wasserfesten Außenwände und der planenartigen durchsichtigen Hülle der Passagier jederzeit wetterfest eingepackt.
Zum Schluss noch die nicht unwichtige Information, dass bisher keinerlei Defekte oder Verschleißerscheinungen am Chariot Sport aufgefallen sind und das bei täglicher Nutzung!

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Fazit von Trampelpfadlauf.de

Der Thule Chariot Sport mit all dem getesteten Zubehör lässt keine Wünsche offen und ermöglicht es sportlichen Eltern, fast alles mit dem Kind bzw. den Kindern gemeinsam an “Draußenaktivitäten” wahrzunehmen. Aus unserer Sicht, mal abgesehen vom doch ordentlich hohen Preis, ein perfektes Set.

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