Das ist eigentlich das Schönste für mich am Zelten. Morgens vom Vogelgezwitscher geweckt zu werden, sich nochmal in den Schlafsack zu kuscheln und dann erst langsam aufzustehen, einen Tee zu kochen und dann mit dem Sonnenaufgang weiter zu ziehen.
Der Frühnebel hängt noch in den Tälern, die Rehe und Hirsche sind beim Frühstück und die Hasen wissen nicht recht, wer da so früh unterwegs ist. Jetzt hat man die Wege und auch  die Dörfchen noch ganz für sich.

Von der Haustür aus durch die Heimat

Bericht: Holger 
Bilder: ©Trampelpfadlauf

So richtig stand der Plan und die Route nicht, als ich mich auf den Weg machte, mit Sack und Pack von der Haustür weg ein paar Tage durch die Eifel zu wandern. Die grobe Richtung und die ersten Orte hatte ich mir schon geplant, aber dann wollte ich mal schauen, wie es läuft und spontan entscheiden. Wie immer kann man die kleinen Abenteuer auch direkt vor der Haustür erleben, wenn man denn bereit ist.

Fronleichnam startete ich, die ersten Kilometer zusammen mit meiner Ina, Richtung Monschau, bevor sich unsere Wege dort trennten und ich mir meinen Weg entlang der nicht mehr sichtbaren Grenze zu Belgien immer weiter nach Süden suchte.
Genauso wie hier auf dem Bild sollten für mich Grenzen in Europa sein. Ein nostalgisches Überbleibsel, das sich die Natur nach und nach zurückholt.
So ganz “frei der Schnauze” lief ich natürlich nicht. Ich hatte mir über Komoot eine ungefähre Strecke aus den unterschiedlichen Wanderwegen zusammengestellt. Zumindest bis Blankenheim. Hier wollte ich dann schauen, wie ich weiter gehe.

Da ich ja sehr viel durch die Eifel laufe, gab es die erste Hälfte des Tages kaum neue Wege zu entdecken. Das soll aber nicht heißen, dass es langweilig oder so war, nein, im Gegenteil empfinde ich es als außerordentlich entspannend, den Blick schweifen zu lassen, was im Wandertempo noch besser geht.

In Hellenthal erfolgte dann meine erste Einkehr. Normalerweise sollte das in diesem Ort kein Problem darstellen, aber irgendwie hatte fast alles geschlossen. Ob das nun an dem Feiertag lag oder an den Coronaauflagen, weiß ich nicht. Das Thema Einkehr und Versorgung stellte auf der ganzen Tour ein Problem da. Viele kleine Cafes und Bäckereien haben entweder den “Lockdown” nicht verkraftet oder nur noch reduziert auf. Man sollte also momentan nicht darauf zählen und immer einen Plan B haben.

Ab jetzt betrat ich “Neuland”, was die Wanderwege anging. Ich kannte zwar noch den einen oder anderen Ort, aber nicht mehr die Wege dazwischen. Kurz vor Blankenheim-Wald schlug ich mein Zelt auf, was total schnell und einfach ging. Ziemlich müde und zufrieden fiel ich sehr früh in den Schlafsack.

Die erste Nacht war ganz OK. Also unbequem war es nicht, vielmehr lag es daran, sich erstmal richtig zu “kramen”.

Der Weckruf der Natur

Einen Wecker o. ä. braucht man natürlich nicht, wenn man mitten im Wald schläft. Die Dämmerung wird lautstark angekündigt und die Vögel überschlagen sich mit dem Gesang. Das ist eigentlich das Schönste für mich am Zelten. Morgens vom Vogelgezwitscher geweckt zu werden, sich nochmal in den Schlafsack zu kuscheln und dann erst langsam aufzustehen, einen Tee zu kochen und dann mit dem Sonnenaufgang weiter zu ziehen.

Der Frühnebel hängt noch in den Tälern, die Rehe und Hirsche sind beim Frühstück und die Hasen wissen nicht recht, wer da so früh unterwegs ist. Jetzt hat man die Wege und auch  die Dörfchen noch ganz für sich.

 

Zwischenstation ohne Station

Blankenheim war leider genauso enttäuschend wie Hellenthal. Morgens um kurz vor acht alles zu. Also kein Kaffee oder Brötchen. Egal, denn der Innosnack Riegel Kaffee Mandel ist dafür ein sehr guter Ersatz. Trinkwasser und Kaffee satt gab es dann etwas später trotzdem. Am Freilinger See war Sommerstimmung und ein geöffneter Kiosk. Hier konnte ich mich für den Tag stärken.

Ahrsteig getestet

Ich beschloss, erst noch etwas dem Ahrsteig zu folgen und zu sehen, was der mir so bot. Ein Wechsel aus Wald und freien Feldern und hier und da ein kleines Dörfchen, ließen die Zeit und damit die Kilometer vergehen. Immer wieder gab es schöne Ausblicke bis weit in die Hocheifel. So langsam machte mir die Wärme zu schaffen und ich war froh, am frühen Nachmittag eine geöffnete Einkehr gefunden zu haben. Nach viel Flüssigkeit, einem guten Essen und einem netten Gespräch verließ ich den Ahrsteig Richtung Nord-Osten, also ganz grob Richtung Heimat. Aber Ahrsteig, wir sehen uns wieder.

Richtung Heimat

Seit dem Verlassen des Ahrsteiges folgte ich irgendwelchen Wanderwegen von Ort zu Ort und navigierte “frei nach Schnauze” mit der Hilfe von Komoot. Bei dieser App kann man sich Karten rund um eine Tour offline speichern und braucht dann nur GPS und kann ansonsten offline bleiben, was extrem den Handyakku schont. 

Da die Luft schon sehr schwül wurde und sich am Horizont Wolkentürme bildeten, suchte ich mir für die Nacht etwas Gewittersicheres und baute mein Zelt an einem Feldrand in einer Talsenke auf. Den Abend konnte ich aber noch draußen auf meiner Matte verbringen, die Tiere beobachten und Zecken vom Körper sammeln. Diese kleinen Biester, auf die ich liebend gerne verzichten könnte. Aber die sind bestimmt auch coronaresistent.

Gewitter und wenig Schlaf

In der Nacht kam dann das Gewitter und der Regen. Im Zelt wurde es so laut, dass ich dann nicht viel Schlaf fand. Trocken blieb ich aber und mit dem Morgengrauen zog ich schon wieder weiter. Meine Überlegung, wenn ich heute wieder so eine lange Tour machen würde, wäre ich am frühen Abend zurück bei meiner Ina, dann hätte ich aber auch um die 115 km in drei Tagen gemacht, was mir und meinen Füßen doch anzusehen war. Dieser Morgen sollte nach rund zwei Stunden auch endlich eine offene Bäckerei bieten. Hier in Nettersheim nahm ich ein sehr gutes Frühstück zu mir, füllte die Vorräte und zog weiter.

Geschichtliches und keine Pause

Gerade der Abschnitt hinter Nettersheim, erst auf dem Eifelsteig und dann auf dem Römerkanal-Wanderweg hatte geschichtlich einiges zu bieten. Diesen Weg sollte ich mir nochmal genauer anschauen. Danach folgten Überreste vom Erzabbau und eine geheimnisvolle Gruften bei Urft. Nicht jeder Weg, der auf der Karte ist, ist auch heute noch begehbar, zumindest nicht im Sommer, wenn alles zug ewachsen ist. Aber mit Umwegen kam ich trotzdem so gut vorwärts, dass mein Plan, am frühen Abend wieder zurück zu sein, voll aufging, besser sogar, ich schaffte es noch zum traditionellen Erdbeerkuchen beim Geburtstagskaffee meines Bruders.  Ich mag diese Art zu wandern, wenn ich zwar weiß, von wo nach wo ich gehe, aber nicht genau, was es alles auf dem Weg zu entdecken gibt. So sind es gerade die Kleinigkeiten, wie ein altes Gebäude, ein Ruine oder ein versteckter Pfad, Dinge an denen ich mich erfreuen kann.

Die Ausrüstung

Zur Wegfindung nutze ich die Komoot-APP und meine Garmin fenix 6x, auf der ich einen Teil der Strecke geladen hatte.

Als nächtlicher Unterschlupf diente mir das VAUDE Lizard Seamless 1-2P, das für eine Person genügend Platz bietet, um auch bei Regen alles im Zelt ein- und auszupacken. Der Aufbau ist total leicht, eine Anleitung ist eingenäht. Zudem ist das Packmaß und das geringe Gewicht genial. Bei zwei Personen muss man seine großen Rucksäcke draußen packen. Dicht blieb es bei dem Starkregen komplett.

Als Unterlage hatte ich die VAUDE Performance 7 M. Diese konnte ich schon bei mehreren Touren testen und bin begeistert, wie bequem diese ist.

Der Schlafsack kam auch von VAUDE. Der Altmann 300 SYN ist ein super durchdachter und sehr leichter Schlafsack, den man am besten als Decke auf die Matte klippt, dann ist es im Sommer nicht zu warm und man rutscht nicht mit dem Schlafsack von der Matte, wenn man etwas im Hang liegt.

Daneben hatte ich einen kleinen Gaskocher Optimus Elektra FE, etwas Wechselkleidung, eine 2-Liter-Trinkblase und ein paar Innosnack Riegel. 

Alles zusammen passte mühelos in meinen VAUDE Zerum 58+ LW Rucksack.

Fazit von Holger
Das ist eigentlich das Schönste für mich am Zelten. Morgens vom Vogelgezwitscher geweckt zu werden, sich nochmal in den Schlafsack zu kuscheln und dann erst langsam aufzustehen, einen Tee zu kochen und dann mit dem Sonnenaufgang weiter zu ziehen.
Der Frühnebel hängt noch in den Tälern, die Rehe und Hirsche sind beim Frühstück und die Hasen wissen nicht recht, wer da so früh unterwegs ist. Jetzt hat man die Wege und auch  die Dörfchen noch ganz für sich.

Frau? Mann?

Produkte, die von einem geschlecht getestet wurden, gibt es meistens auch für das andere.