Die Coros Vertix 2 ist eine Multisport-Smartwatch für Abenteurer in absolut jeder Lebenslage. Mir hat vor allem die hohe Satellitengenauigkeit und die Vielseitigkeit gefallen. Das große Gehäuse ist aufgrund der vielen Funktionen an der Stelle dann eine notwendige Begleiterscheinung. Der hohe Preis ist daher noch vertretbar.

Coros Vertix 2

Hersteller: Coros
Modell: Vertix 2
Geräteabmessungen: 50,3 x 50,3 x 15,7 mm
Display-Auflösung: 3,6 cm mit 280 x 280 ( 64 Farben)
Betriebsdauer: 140 h im Standard GPS Modus / DualFreq GPS 50 h / UltraMax GPS 240 h
Gewicht: 91 g (mit Silikonarmband)
UVP: 699,99 €
Testdauer: 3 Monate
Bilder: ©Coros

Nachhaltigkeit

Keine Angaben seitens des Herstellers für Modell oder Firmenphilosophie im Allgemeinen.

Kurze Beschreibung

Laut Definition ist ein Abenteuer eine aufregende Erfahrung. Mit der Coros VERTIX 2 GPS Adventure Watch liefert COROS mutige Innovationen und unvorstellbare Weiterentwicklungen vorhandener Funktionen – alles, damit man aufregende neue Herausforderungen meistern kannst, an die du vielleicht noch gar nicht gedacht hast. Egal, wohin dich deine Bestreben führen, die VERTIX 2 ist immer an deiner Seite.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Die Vertix 2 kommt ab Werk in einem festen kleinen Koffer (Hardcase) und ist nach dem Auspacken schon sehr imposant. Die hier getestete Farbvariante mit einer silbernen Titan-Lünette und einem grauen Gehäuse sowie einem orangen Silikonarmband trägt den Namen “Lava”. Es gibt aktuell noch die Version “Obsidian”. Diese hat eine dunkle Lünette und ein grau/beiges Silikon-Armband. Die Fläche des Saphirglas ist um 16 % größer geworden und misst somit 1,4 Zoll. Am Handgelenk unseres Testers wiegt sie mit 91 g zwar nicht viel, ist jedoch eben deutlich dicker als die sonst von ihm getragene Apex Pro und auch als die erste Generation der Vertix. Das Silikonarmband trägt sich sehr angenehm und lässt sich auch gut an die eher schmalen Handgelenke unseres Testers anpassen. Demnächst kommen noch die von den anderen Modellen bereits gewohnten Nylonarmbänder von Coros selbst heraus. Wechselarmbänder aus Silikon gibt es bisher schon in verschiedenen Farben. Darüber hinaus erweitert Coros andauernd das Armbandrepertoire für alle Uhrenmodelle.

Funktionalität

Das aktuellste und modernste Uhrenmodell vom US-Amerikanischen Hersteller Coros verfügt über einen gänzlich neuen Chip sowie Prozessor. Das macht sie nach Angabe von Coros nicht nur 20 % schneller im Vergleich zum Vorgänger bzw. der Apex Pro, sondern ermöglicht auch noch das duale Nutzen zweier Satellitenfrequenzen (L1 und L5) und somit zeitgleich und wechselseitig (Senden und Empfangen) der Systeme (GPS, GLONASS, Galileo, QZSS und Beidou). 
Da wirken die üblichen technischen Spielereien, die verbaut sind, fast schon langweilig, die da wären, optischer Sensor, der Herzfrequenz sowie die Sauerstoffsättigung ermitteln. Ein Barometer misst  die Höhe, kann aber auch über den Luftdruckverlauf mehrerer Stunden eine Unwetterwarnung abgeben. Des Weiteren sind ein Beschleunigungssensor, Kompass, Gyroskop und Thermometer zur Bestimmung der jeweiligen Werte integriert. 
Einige Abschnitte in den Menüs sind per Touch bedienbar. So kann man während der Aktivitäten oder beim Nachlaufen einer Route (dafür muss man keine Aktivität starten) ohne Knöpfe, also nur mit Wischen, durch die Menüs bzw. die Karte navigieren (dazu unter “auf dem Trampelpfad” mehr). Unabhängig von der Touch-Bedienung während der Aktivitäten wird die Sportuhr mittels dreier Knöpfe gesteuert. Die Ausrichtung der Knöpfe kann sowohl links- wie rechtsseitig erfolgen. Der mittlere ist drehbar und mit diesem wird durch die Menüs gescrollt. Die Menüführung an sich ist logisch und intuitiv. Lange suchen für bestimmte Einstellungen ist nach einer kurzen Eingewöhnung nicht nötig.
Um genug Platz in der Vertix 2 für den neuen Chip und Prozessor zu haben musste das Ant+ Modul weichen. Daher sind alle Zubehörmöglichkeiten nur noch per Bluetooth koppelbar. Diverse Brustgurte von Fremdherstellern sowie ein eigener Pod von Coros sind natürlich weiterhin optional nutzbar. Mit dem zuvor erwähnten Coros Pod kann man die Laufqualität analysieren. So werden hier Werte wie die Aufprallgeschwindigkeit, Balance, Watt und einiges mehr angezeigt. Grundsätzlich messen alle Uhren von Coros (außer Pace 1) anhand eines Algorithmus die Laufleistung in Watt auch ohne Pod, und das nur beim Tragen am Handgelenk..
Coros nennt seine Vertix auch liebevoll “eine Uhr für Abenteurer”. Hintergrund dazu ist, dass man alle erdenklichen Sportarten (Indoor aber vor allem Outdoor) und vor allem in jedem Gelände und jeder Klimazone Aktivitäten aufzeichnen kann. So z. B. Trailrun, Triathlon, Radfahren, Skitouren, Klettern, Bergsteigen, Krafttraining, Rudern und z. B. Aerobic. 
Neu ist unter anderem auch in der Vertix 2 der Walk Mode, welcher nur anhand der Schritte genau die Distanz ermittelt, auch ohne eingeschaltetes GPS und demzufolge in Innenräumen.
Bei der Aufzeichnung von Kraftsport kann man sich zudem den Erfolg je Region am Körper und den dazugehörenden Muskeln in der App anzeigen lassen.
Zuletzt kam von Coros zusätzlich zu den eh schon umfangreichen Auswertemöglichkeiten in der Coros App noch eine Trainingswebseite (Traininghub) in Verbindung mit der EvoLab Funktion hinzu. Die EvoLab Funktion ermittelt anhand von 10 flachen Laufeinheiten das persönliche Laufniveau und die daraus resultierenden weiteren Entwicklungen bei Laufeinheiten (VO2-Max, Leistungszonen, Ermüdung, prognostizierte Marathonzeit und vieles mehr). Auf der erwähnten Traininghub-Webseite werden alle Aktivitäten, Strecken und natürlich die oben erwähnten Leistungswerte dargestellt und es können Trainingspläne etc. implementiert werden. Die Zusammenstellung eines Trainings(plans), sogar übere mehrere Wochen, ist zum einen in der App und über den Traininghub für viele Sportarten möglich. Zudem kann man von der Coros-Webseite vorgefertigte Trainingspläne unter anderem auch von Sportprofis nutzen. Das funktioniert einfach und übersichtlich. So sind Intervall- oder Pulsbereichtraining leicht erstell- und während der Aktivität überwachbar. 

Positionsbestimmung und Satellitenempfang

Zur Bestimmung der genauen Position verwendet die Vertix 2, wie oben erwähnt, ein gänzlich neues duales Satellitenmodul. Durch das Nutzen dieser zweiten Frequenz wird die Genauigkeit um ein Vielfaches besser. Optional kann man natürlich auch nur eines der Satellitensysteme und hier dann die verschiedenen Konstellationen verwenden (z.B. GPS, Galileo und Beidou oder nur GPS oder oder oder).  Es gibt aber auch die bisher gewohnten Abstufungen bei der Nutzung nur eines Satellitenmoduls was sich deutlich auf eine längere Laufzeit des Akkus auswirkt. Somit erreicht die Vertix 2 im UltraMax Modus bis zu 240 Stunden Satellitendatenaufzeichnung.

Höhenmessung

Die Höhe wird per barometrischer Messung sowie Standortermittlung der Satellitendaten ermittelt. Insgesamt sind die Messungen noch genauer geworden als eh schon von Coros gewohnt. Es fiel im Vergleich zur Apex Pro vor allem auf, dass die Vertix 2 mit Dual-Frequenzbestimmung gerade auf Strecken im Wald und mit kleineren Erhebungen bis ca. 3 m Höhenversatz hier deutlich mehr Höhenmeter ermittelte und auch vom Höhenprofil die Strecke detailreicher aufzeichnete. Je länger die Strecken wurden, je höher die “Hügel” wurden, umso mehr näherten sich die beiden Uhren in der tatsächlich gemessenen Höhe an. Bei den Entfernungen gab es da deutlich weniger Abweichungen. Eine Zusatzfunktion gibt es in Verbindung mit der Sauerstoffsättigungsmessung. So kann man sich einen Alarm setzen, bei dem einen die Uhr warnt. Soll heißen, fällt die Sauerstoffsättigung mit steigender Höhe unter einen bestimmten Wert, gibt es eine Warnung.

Herzfrequenzmessung

Vorab, für eine verlässliche Messung der Herzfrequenz empfiehlt sich die Kopplung mit einem Brustgurt oder optional mittels z. B. den Polar Verity Sense. Die korrekte Bestimmung der Herzfrequenz klappte solange verlässlich, wie man keine zu proaktiven Sportarten wie Langlaufen, Trailrunning, Laufen, Skitouren aufzeichnet. Das mag in diesem speziellen Fall auch am eher schmalen (und knochigen) Handgelenk unseres Testers liegen.
Der in der Vertix 2 integrierte Sensor misst neben dem Puls auch die Sauerstoffsättigung im Blut. Die Uhr hat standardmäßig eine Warnfunktion bei Aktivitäten über 2.500 m Seehöhe und fängt ab dieser Höhe an, regelmäßig den Sauerstoffgehalt zu bestimmen und ggfs. zu warnen, wenn die O2-Sättigung unter einen definierten Wert fällt. Zudem hat die Uhr eine EKG Herzratenvariabilitätsmessfunktion. Hierbei wird die Körperreaktion auf Stress sowie die Erholungsfunktion ermittelt.

Konnektivität

Die Einrichtung der Uhr selbst sowie die Verbindung zum Smartphone per Bluetooth funktioniert zuverlässig und einfach. Geladen wird die Uhr via USB-Ladekabel, Updates ausschließlich per Bluetooth via Coros App übertragen. Musik und das Kartenmaterial muss mit dem o.g. USB-Kabel übertragen werden. Die Vertix 2 lässt sich zudem mit dem WLAN, Insta 360 und GoPro 9 / 10 Kameras koppeln.
Die Übertragung der Aktivitäten erfolgt nach dessen Beendigung unmittelbar selbstständig und auch ohne eingeschaltetem Ortungsdienst am Smartphone. Lediglich Bluetooth muss aktiviert sein. Darüber hinaus lässt sich die Coros App mit einer Vielzahl von Drittanbietern verknüpfen, unter anderem Strava, TrainingPeaks, Komoot, Stryd, Decathlon, adidas Running uvm., was das Teilen von Aktivitäten und Strecken sowie die Datenaufzeichnung- und auswertung usw. vereinfacht.
Während der Aufzeichnung von Aktivitäten lassen sich die oben erwähnten Kameras per Bluetooth aus der Ferne steuern und da es sich auch um eine Smartwatch handelt, vorher festgelegte Benachrichtigungen z. B. eingehende Anrufe, Emails, SMS etc. empfangen. Ansonsten lässt sich die Menüführung in App und Uhr einwandfrei und überwiegend intuitiv auch in Bewegung steuern.
Die Vertix 2 verfügt über einen 32 GB großen Speicher, der unter anderem für Offline-Kartenmaterial sowie für offline abspielbare Musik genutzt werden kann.
Das Übertragen von Routen bzw. Tracks via Komoot aber auch mit vorhandenen GPX oder KML Dateien ist denkbar einfach über die App.

Auf dem Trampelpfad 

Als Referenz während der gesamten Testzeit wurden viele der Aktivitäten mit der Coros Vertix 2 Testuhr sowie einer Coros Apex Pro aufgezeichnet und insgesamt hinsichtlich Verbesserungen und Unterschiede verglichen. Dabei wurde, wie oben bereits erwähnt, lediglich im “schwierigen Gelände” (Schluchten, dichte Wälder und kleine Erhebungen) eine sichtbare Diskrepanz der aufgezeichneten Strecken und Daten festgestellt. Bei langen Anstiegen oder Abfahrten im halbwegs offenen Gelände konnten quasi keine Unterschiede festgestellt werden, da hier ja eine Höhenmeterbestimmung basierend auf Luftdruckverändungen und Satellitendaten erfolgte und die Apex Pro hierbei sowieso schon sehr genau war.
Ebenfalls neu hinzu kam ziemlich zeitgleich mit der Veröffentlichung der Vertix 2 die Nutzung von Offline-Kartenmaterial bei selbiger und der Vertix 1 und Apex Pro. Es werden von Coros auf deren Webseite zwei Arten von OSM-Karten zur Verfügung gestellt, zum einen Landschaftskarten mit Straßen, Ortschaften und Wasserwegen etc. und zum anderen Topo-Karten, welche die geologischen Gegebenheiten wie Höhenlinien, Berggipfel etc. wiedergegeben. Beide Karten können einzeln oder im Hybridmodus angezeigt und genutzt werden. Das kann man auch jederzeit während einer Aktivität zusätzlich aktivieren bzw. nutzen.
Routen lassen sich mittlerweile nicht nur im sogenannten “Brotkrümelmodus” nachlaufen, sondern auch auf den OSM-Karten darstellen und nachlaufen. Die Kartenansicht lässt sich nach persönlichem Geschmack in Laufrichtung oder fixiert darstellen. Das Nachlaufen oder Nachfahren von Routen war insofern einfacher bei der Vertix 2 im Vergleich zur Apex Pro, da sich zum einen die erwähten Größe des Displays positiv auswirkte aber auch die eigene Positionsbestimmung gerade im dichten Wald deutlich schneller und somit nicht so verzögert erfolgte. Gerade an Kreuzungen mit mehreren Abzweigungen konnte Sebastian daher schneller den richtigen Weg finden.
Die vom Hersteller angegebenen Akkulaufzeiten konnten während der Testzeit auch wirklich erreicht werden. Bei zweistündigen Trailruns oder Langlaufeinheiten im DualFreq-Modus wurden in mehrfachen Wiederholungen 3 – 4% der Akkukapazität verbraucht. Womit die 50h Aufzeichnung rechnerisch erreicht werden.
Die 1,4 Zoll Displaygröße wirkt sich unter anderem positiv auf die eh schon sehr gute Ablesbarkeit während der Aktivitäten aus. So kann man sich bis zu acht Datenfelder auf dem Display anzeigen lassen und noch gut ablesen. Grundsätzlich sind alle Datenfelder zu den Aktivitäten individuell in der Coros App einstellbar.
Gerade für die längeren Distanzen gibt es die Möglichkeit, sich Alarme zur Erinnerung ans Trinken und Essen zu setzen. Das funktioniert gut und kann auch noch während einer Aktivität eingestellt bzw. ergänzt werden.
Bisher konnte auf dem Saphirglas und der Titan-Lünette noch keinerlei Verschleiß erkannt werden, lediglich am Übergang zum Armband, das aus Kunststoff ist, sind kleinere Kratzer durch Stein-/Felskontakte erkennbar.

Coros Vertix 2 vs. Apex Pro
Fazit von Sebastian

Die Coros Vertix 2 ist eine Multisport-Smartwatch für Abenteurer in absolut jeder Lebenslage. Mir hat vor allem die hohe Satellitengenauigkeit und die Vielseitigkeit gefallen. Das große Gehäuse ist aufgrund der vielen Funktionen an der Stelle dann eine notwendige Begleiterscheinung. Der hohe Preis ist daher noch vertretbar.

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